Daniel - Die Geschichte eines Sternenkindes Teil 1

Daniel - Die Geschichte eines Sternenkindes Teil 1

Bereits im Dezember 2017 erreichte uns der Brief einer Dame. Ein Brief, der seit 2006 in einer Schublade lag und wegen einem Satz, den die Dame gelesen hat nun an die Öffentlichkeit kommt.

Ich bereitete gerade das Mittagessen vor, da summte das Handy. Leicht verärgert über die Störung trocknete ich mir meine nassen Hände an meiner Jeans ab, nahm das Handy, drückte auf die Taste und meldete mich.
"Hier bei W.".
"Hier Karin B.".
"Karin, meine Liebe, rief ich überrascht zurück. Es ist schön, deine Stimme zu hören! Das nenn ich eine gelungene Gedankenübertragung".
"Ja, das stimmt", sagte meine Freundin. Helga, ich habe oft erlebt, wenn ich an dich gedacht habe, dann hat mein Handy geklingelt und du warst am anderen Ende.
Helga, ich habe dir etwas sehr, sehr schönes zu erzählen".
"Du hast im Lotto gewonnen!"
"Nein: Ich hätte nichts dagegen gehabt. So ein Lottogewinn wäre nicht zu verachten gewesen." Noch bevor ich mit weiteren Spekulationen meiner FReundin auf den Nerv gehen konnte, platzte es förmlich aus ihr heraus: "Ich bin schwanger!"
Ich musste mich erst räuspern, ehe ich weitersprechen konnte. Das ist wirklich eine gute Neuigkeit Karin! Im wievielten Monat bist du ?"
"Im siebten Monat und mir geht es gut. Es wird ein Junge. Er soll den Namen Daniel bekommen", berichtete sie, ohne Luft zu holen.
"Meinst du den Daniel aus der Löwengrube ?"
"Ja, den. Den habe ich und mein Mann zusammen ausgesucht."
Dann kamen die typischen Fragen: Wie es ihr ging ? Ob sie auch regelmäßig zu den Schwangerschaftsuntersuchungen ginge ? Und ob sie sich auch Ruhepausn am Tag nehme ?
"Ja, ich halte alle Termine gewissenhaft ein", hörte ich sie sagen und aus ihren Worten konnte ich hören, dass sie jedes Wort ernst meinte. So kannte ich sie. Wir haben unds während eines Sportfestes in Leverkusen kennen gelernt. Aber irgendwann haben sich unsere Wege wieder getrennt... Nicht aber unser Kontakt. Karin ist mit ihrem Mann Alfred nach Aachen gezogen. Sie hat dort als Apothekerin in Aachen eine Anstellung gefunden. Wir telefonieren mindestens einmal in der Woche. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Mann tanzte oder mit der Kamera auf der Jagd nach Landschaftsmotiven für ihr nächstes Buchprojekt war.
"Du, Helga, Daniel drückt mir auf die Blase! Ich muss auf´s Klo! Bis bald!". Dann war das Gespräch beendet.
Toll. Meine Freundin ist schwanger! Schon im siebten Monat! Hing ich dem kurzen Gespräch noch einige Zeit nach. Wenn das Kind erst geboren ist, dann werden sich die beiden, mit ihren Hobbys, bestimmt einschränken müssen, hing ich meinen Gedanken nach.

Bei mir war das aber so, als meine beiden Kinder kurz hintereinander geboren wurden. Aber es ist aj noch Zeit. Ich entschied mich spontan, ihnen ein Paket zu schicken.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen berichtete ich meinen beiden halbwüchsigen Kindern, Klaus und Jenny, was ich am Nachmittag vorhabe.
Klaus, mein zwölfjähriger, sah mich mit großen Augen an, "Kriegst du ein Kind, Mama!"
"Nein. Ich doch nicht: Karin, meine Freundin erwartet ihr erstes Kind."
"Ach so!"
Jenny schwieg.
Der Nachmittag gehörte mir. Auf dem Weg zur Stadt dachte ich an unsere vielen Telefongespräche. An unsere Freundschaft. Die gemeinsame Zeit des Sportes. Und das erste Verliebt sein. Nun bekommt Karin und ihr Mann ihr erstes Kind. Ich konnte ihr von den Begleiterscheinungen meiner Schwangerschaften berichten und sie somit beruhigen. Wir verabschiedeten unser Gespräch immer mit einem guten Wort, das war unser Ritual.

Nun stand ich zwischen Erstlingsausstattung, Babyschnuller, weichen, weißen und bunten Kuscheltieren, alles verpackt. Ob ein Buch für werdende Eltern das Richtige ist ?! Ich überdachte meine Idee. Warum nicht? Ich brauchte nicht lange zu suchen. Das Glück Eltern zu werden. Der Titel und das Bild eines kleinen Kindes sprachen mich an. So kaufte ich das in gelb, grünem Farbton eingebundene Buch. Für Alfred, Karins Mann, etwas Süßes und ein Pikkolo. Für Karin, diese Naschkatze, eine besondere Schokolade. Vielleicht noch einen Text ? Einen selbst verfassten? Ja, das ist eine gute Idee. Während ich noch überlegte, blieb ich mitten im Gang der Abteilung "Mutter und Kind" stehen. Ich erinnerte mich, während ich mir die Erstlingsausstattung für Neugeborene ansah, dass Katrin erwähnte... Nur keine rosa oder blaue Strampler. Ich kaufte zwei - einen in grün, mit gelben kleinen Punkten und einen in weiß, mit roten Püppchen. Auch noch ein weißes, weiches Plüschtier, das hygienisch verpackt war, kam in den Einkaufskorb und ich lächelte. Wie schnell doch die Zeit vergeht, dachte ich. Werde jetzt bloß nicht sentimental, rief ich mich selbst zur Ordnung und ging zur Kasse.

Noch am späten Nachmittag wollte ich das Paket packen. Meine Tochter Jenny fragte, ob sie das Paket packen dürfte. Ich war einverstanden. Während Jenny die Geschenke in feinem Packpapier einpackte, saß ich am Schreibtisch und schrieb den Text. Nun war alles verpackt. Jenny sah mich fragend an: "Mama, werden wir bald noch ein Schwesterchen oder Brüderchen bekommen ?" Ich musste über ihre blühende Fantasie lachen. "Nein, Jenny."
Am Freitagmorgen brachte ich das Paket zur Post und am Nachmittag rief ich meine Freundin an und berichtete ihr, dass ein Paket unterwegs zu ihr sei.
"Oh, das freut mich jetzt schon" rief sie laut. Ich verspreche dir Helga, das Paket erst zu öffnen, wenn ich mein Kind in meinen Armen halte.

Die Zeit verging: Das Kind müsste längst geboren sein.

Fortsetzung folgt....


___________________________________________________________________________________

Dein-Sternenkind - es ist nicht erlaubt, diese Texte zu kopieren und sie an anderer Stelle zu verwenden!

Gewinner des Publikumspreises 2017 vom




Gewinner Publikumspreises 2017 Smart Hero Award